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Platons Menon zählt zu den einführenden, zugleich aber in vieler Hinsicht grundlegenden Dialogen seines Werks. Ausgangspunkt ist die Frage, ob Tugend (areté) lehrbar sei – doch schnell zeigt sich, dass bereits die Bestimmung dessen, was Tugend ist, nicht trivial ist. Das Gespräch zwischen Sokrates und dem thessalischen Adeligen Menon führt zu zentralen Themen der platonischen Philosophie, darunter die Theorie der Anamnesis, die Unterscheidung zwischen Wissen und rechter Meinung sowie die Frage nach der Grundlage ethischer Erkenntnis. Besonders eindrucksvoll ist das sogenannte „Sklavenbeispiel“, in dem Sokrates seine Theorie der Wiedererinnerung anhand eines geometrischen Problems erläutert.
Im Zentrum des Kurses steht die gemeinsame Lektüre, Übersetzung und sprachliche Analyse des griechischen Originaltexts. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für Grammatik, Syntax und stilistische Eigenheiten des platonischen Griechisch zu entwickeln. Zugleich werden die philosophischen Gehalte des Textes diskutiert und in ihren systematischen Zusammenhang gestellt. Der Kurs setzt Grundkenntnisse im Altgriechischen voraus; philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit und zur inhaltlich wie sprachlich genauen Auseinandersetzung mit dem Text.
Eine vollständige Literaturliste wird am Anfang des Seminars über Moodle bereitgestellt. |